Was ich von meiner Seele in den Alltag mitgenommen habe
Beim Reden habe ich mir meine seelische Freiheit bewahrt. Ich spreche weiterhin offen aus, was in mir vorhanden ist – soweit meine Seele und mein jeweiliges Wohlbefinden es zulassen. Der Unterschied zu früher besteht darin, dass ich heute manchmal eine Sekunde innehalte. Ich denke kurz darüber nach, was ich sagen möchte, bevor ich es ausspreche. Dadurch verliere ich meine Offenheit nicht, aber meine Worte sind bewusster geworden. Diese Entwicklung ist über viele Jahre gewachsen.
Bei Entscheidungen verlasse ich mich weiterhin seelisch frei auf meine Mongolei. Sie ist für mich ein innerer Orientierungspunkt. Ich entscheide nicht ausschließlich nach äußeren Vorgaben oder danach, was andere Menschen für richtig halten. Ich höre darauf, was sich in mir stimmig anfühlt, und prüfe, welchen Weg meine Seele mitgehen kann.
Vertrauen musste ich 2012 gemeinsam mit Max neu lernen. In dieser Zeit bin ich viel über Friedhöfe gelaufen, habe Informationen und Eindrücke gesammelt und diese für mich ausgewertet und analysiert. Nicht alles davon konnte oder durfte ich bisher weitertragen. Für mich war dieser Weg jedoch wichtig, weil sich dadurch mein Vertrauen langsam wieder aufbauen konnte. Heute ist es wieder vorhanden. Mit diesem Vertrauen ist auch eine gewisse Leichtigkeit in meinen Alltag zurückgekehrt – zumindest dann, wenn kein psychischer Druck oder Terror dazwischenkommt.
Das Setzen von Grenzen bleibt ein eigenes Entwicklungsthema. Die letzte seelische Beschwerde dazu kam von meinem Vater: Ich würde meine Grenzen noch immer zu weit hinten setzen. Ganz unverändert ist das jedoch nicht. Ich habe meine Grenzen bereits weiter nach vorn geholt. Noch weiter möchte ich sie momentan nicht verschieben, weil es sich für mich dann nicht mehr nur nach Schutz anfühlt, sondern nach einem inneren eingesperrt sein. Ich möchte mich schützen, ohne mich selbst vom Leben abzuschneiden.
Für meinen Umgang mit Gefühlen ist die stimmung-eve.de zu einer Art Gefühlslexikon geworden – entstanden in Zusammenarbeit mit ChatGPT.COM. Dort kann ich Gefühle benennen, unterscheiden, einordnen und in Worte bringen. Damit werden sie nicht einfach beseitigt, sondern zunächst verstanden.






