Seelenbrief No. 3 – Stan by me
Hallo Martin,
Heute denke ich wieder an die Zeit zurück, in der ich in der Fachklinik Rhein-Mosel war. Diese Monate haben Spuren hinterlassen, aber sie haben auch vieles in Bewegung gebracht. Vier Monate habe ich gebraucht, um für mich die Bedeutung des Steines mit den Jahreszahlen 1871 und 1830 zu verstehen. Danach habe ich Dir geschrieben. Den Brief konnte ich damals nur auf einer emotionalen Ebene losschicken. Trotzdem trägt er für mich bis heute das Gefühl, dass meine Gedanken Dich irgendwie erreicht haben. Mit der Geschichte dieses Steines hat sich in meinem Leben vieles verändert. Plötzlich entstanden neue Zusammenhänge, alte Fragen tauchten wieder auf und manche Dinge konnte ich nach langer Zeit abschließen. Auch die Spur „Politik 1718“ habe ich für mich zu Ende bearbeitet und schließlich der Frau Bescheid gegeben, die für mich an die richtige Stelle gehörte. Gleichzeitig kamen neue SOS-Themen hinzu. Dadurch konnte ich mich nicht nur mit Neuem beschäftigen, sondern endlich auch einige der alten SOS-Spuren sortieren und weiterbearbeiten.
Doch an einem Punkt merke ich immer wieder: Für den letzten Teil fehlst Du noch in meinem Team. Wo bist Du?
Daniel und Bleckie gefunden
Daniel und Bleckie habe ich inzwischen gefunden. Bleckie ist heute meistens in meiner Nähe und gehört längst zu einem wichtigen Teil meiner Geschichte. Wenn ich jedoch auf das Jahr 2000 zurückblicke, bleibt für mich noch eine offene Stelle. Derjenige, den ich aus dieser Zeit noch nicht wiedergefunden habe, bist Du. Vielleicht ist genau deshalb dieses Gefühl des Suchens noch nicht verschwunden. Auch Andernach spielt derzeit wieder eine große Rolle in meiner Arbeit. Die Marine, die Kupferquelle und meine Beschäftigung mit Wasser gehören für mich zu einer gemeinsamen Spur. Mit Blick auf angekündigtes Hochwasser beschäftige ich mich momentan besonders intensiv mit den Elementen Wasser, Luft, Feuer und Erde. Ich versuche herauszuarbeiten, welche Eigenschaften und Fähigkeiten sie symbolisieren können und welche konkreten Handlungen bei Naturereignissen tatsächlich hilfreich sind. Daraus entstehen meine SOS-Seiten und damit Schritt für Schritt eine neue Form der Aufklärung. Sogar mein Sohn, hat bereits eine Tafel gemalt. Für mich fühlt sich dieses Bild wie ein Zeichen der Hoffnung auf ein Wiedersehen an. Ich bewahre es deshalb mit besonderer Freude auf. Sollte der Tag kommen, an dem wir uns tatsächlich wieder gegenüberstehen, gehört diese Tafel zu den Dingen, die ich Dir unbedingt zeigen möchte.
Bis dahin bleibt eine einfache Frage bestehen: Wo bist Du?
