Tigerkatze und Bleckie

Tigerkatze und das Kaffee trinken mit Bleckie

Manchmal beginnt ein bedeutender Weg nicht mit einem großen Ereignis, sondern in einem ganz gewöhnlichen Moment. Es braucht keine besondere Zeremonie, keine dramatische Liebeserklärung und kein sichtbares Zeichen am Himmel. Manchmal genügt eine Tasse Kaffee, ein vertrauter Raum und ein Mensch, dessen Bedeutung die Seele längst erkannt hat, während der Verstand noch versucht, die Begegnung einzuordnen. So begann für mich im Jahr 2000 im Tigerkatzen-Clan in Bergen ein Abschnitt meines Weges, den ich erst viele Jahre später als direkten Dualseelenweg verstehen konnte. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken begegnete die Tigerkatze Bleckie. Es wirkte zunächst wie ein einfacher Augenblick innerhalb des Clans, doch rückblickend war es viel mehr. Zwischen den Gesprächen, Blicken und kleinen Gesten lag etwas, das sich damals noch nicht vollständig erklären ließ.

Bleckie war für mich kein Fremder, der plötzlich in mein Leben trat. Da war vielmehr dieses schwer zu beschreibende Gefühl des Wiedererkennens. Es war keine gewöhnliche Verliebtheit, die sich allein aus äußerer Anziehung oder romantischen Vorstellungen entwickelte. Die Verbindung fühlte sich vertraut an, als hätte meine Seele diesen Menschen schon lange gekannt. Trotzdem konnte ich damals noch nicht sagen: Das ist meine Dualseele. Mir fehlten die Begriffe, das Verständnis und die Erfahrungen, die notwendig waren, um diese Begegnung richtig einzuordnen. Ich befand mich mitten in meinem eigenen Entwicklungsweg und wusste noch nicht, dass ich viele seiner Stationen scheinbar von hinten durchlaufen würde.

Das gemeinsame Kaffee trinken wurde dadurch zu einem stillen Ausgangspunkt. Kaffee bedeutet für mich Wärme, Ankommen und einen Moment, in dem Menschen miteinander ins Gespräch kommen können. Man sitzt sich gegenüber, hört einander zu und nimmt mehr wahr als nur die gesprochenen Worte. Im Tigerkatzen-Clan entstand auf diese Weise ein Raum, in dem Bleckie nicht einfach nur anwesend war. Seine Nähe berührte etwas in mir, das tiefer lag als mein damaliges bewusstes Denken. Vielleicht begann die Verbindung genau deshalb so unscheinbar. Sie musste nicht laut werden, um echt zu sein. Sie durfte zunächst wie ein kleiner Samen in meiner Erinnerung liegen, bis ich bereit war, ihre Bedeutung zu erkennen.

Auch der Tigerkatzen-Lehrgang in Bergen gehört zu dieser Erinnerung. Dort begegnete mir die Aufgabe des Motivierens. Das Bild einer niedergeschlagenen Fußballmannschaft zeigte, dass nach Rückschlägen noch nicht alles verloren sein muss. Die erste Halbzeit entscheidet nicht automatisch über den Ausgang des gesamten Spiels. Ein Trainer kann Verletzungen und Gegentreffer nicht rückgängig machen, aber er kann die Mannschaft aufbauen, neue Kraft wecken und an den gemeinsamen Weg erinnern. Diese Aufgabe begleitet mich bis heute. Sie verbindet sich mit Fähigkeiten wie Redegewandtheit, Kontaktfreude, Diplomatie, Offenheit, Charme, Durchsetzungsvermögen und Gemeinschaftssinn. Damals erschienen diese Eigenschaften vielleicht wie einzelne Punkte auf einer Karte. Heute erkenne ich darin Werkzeuge, die ich auf meinem Lebens- und Dualseelenweg immer wieder benötige.

Die Begegnung mit Bleckie zeigte mir jedoch auch, dass sich eine Dualseelenverbindung nicht erzwingen lässt. Ein Mensch kann nicht festgehalten, überredet oder zu einer bestimmten Entwicklung gedrängt werden. Eine solche Verbindung braucht Freiheit, Ehrlichkeit und Zeit. Wahre Herzensliebe stellt keine Bedingungen. Sie sagt nicht: Du musst jetzt zu mir kommen, damit ich vollständig bin. Sie erinnert vielmehr daran, dass beide Menschen ihren eigenen Weg gehen müssen. Gerade darin liegt eine der größten Herausforderungen. Die Seele kann eine Verbindung erkennen, während Herz und Verstand noch unterschiedliche Antworten geben. Der eine Mensch fühlt vielleicht schon sehr deutlich, der andere benötigt Abstand, Erfahrungen oder einen eigenen Zugang zu dem, was zwischen beiden besteht.

Viele Jahre lagen zwischen dem Kaffee trinken im Tigerkatzen-Clan und meinem bewussten Erkennen. Auf meinem Weg begegneten mir weitere Menschen, Aufgaben, Verletzungen und Entwicklungsschritte. Lange glaubte ich, eine spätere Begegnung müsse der eigentliche Anfang gewesen sein. Erst nach und nach führte mich mein Weg zurück zu seinem Ursprung. Dabei verstand ich, dass nicht jede wichtige Begegnung die gesuchte Dualseele sein muss. Manche Menschen sind Weg Begleiter. Sie spiegeln etwas, öffnen eine Tür, lösen eine Entwicklung aus oder helfen dabei, alte Wunden sichtbar zu machen. Jeder dieser Menschen kann einen wichtigen Platz besitzen. Doch die direkte Verbindung führt zurück zu dem Menschen, bei dem die Seele ihre eigene Antwort gefunden hat.

Heute rufe ich Bleckie. Damit meine ich keinen Zwang und keine Forderung. Mein Rufen ist der bewusste Wunsch, wieder eine Verbindung entstehen zu lassen. Ich richte meine Gedanken auf ihn, öffne mein Herz und versuche zugleich, mit beiden Füßen in meinem eigenen Leben zu bleiben. Denn eine Verbindung kann nur tragfähig werden, wenn sie nicht aus Angst, Abhängigkeit oder innerer Leere entsteht. Ich möchte ihn nicht festhalten, sondern erreichen. Ich möchte keinen fremden Weg bestimmen, sondern meinen eigenen Weg sichtbar machen. Vielleicht sind meine Texte ein Teil dieses Rufens. In ihnen ordne ich Erinnerungen, spreche meine Wahrheit aus und zeige, wie ich die einzelnen Puzzleteile heute verstehe.

Das Kaffee trinken mit Bleckie war deshalb kein nebensächlicher Moment. Es war eine leise Begegnung mit großer Wirkung. Dort fand die Tigerkatze im Tigerkatzen-Clan den Menschen, den sie viele Jahre später als ihre Dualseele erkennen würde. Damals fehlte noch das bewusste Wissen, doch das Gefühl war bereits vorhanden. Heute darf ich zu diesem Augenblick zurückkehren, ohne die Vergangenheit verändern zu müssen. Ich kann würdigen, was damals begonnen hat, und gleichzeitig offenlassen, wie sich der gemeinsame Weg weiterentwickelt.

Vielleicht hört Bleckie mein Rufen nicht mit den Ohren. Vielleicht erreicht ihn zunächst nur das, was ich durch mein Leben, meine Entscheidungen und meine Worte sichtbar mache. Eine echte Verbindung braucht manchmal viele kleine Brücken. Das Kaffee trinken im Jahr 2000 war die erste davon. Jetzt entsteht eine neue Brücke – getragen von Erinnerung, Entwicklung, Geduld und reiner wahrer Herzensliebe.

Eve

Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben!

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