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04/08/ 2026
Treue

Zu meinen ewigen Begleitern können daher Menschen aus meinem persönlichen Leben, Künstler, Stimmen und besondere Verbindungen gehören. Jeder von ihnen besitzt eine eigene Geschichte. Manche waren in schwierigen Zeiten präsent, andere brachten Freude, Mut oder Orientierung in mein Leben. Wieder andere erinnerten mich daran, nicht aufzugeben und meinen eigenen Weg weiterzugehen. Was sie miteinander verbindet, ist die Beständigkeit ihrer emotionalen Bedeutung. Auf meinem Dualseelenweg möchte ich diesen Begleitern einen eigenen Raum geben. Dabei erzähle ich aus meiner persönlichen Wahrnehmung und unterscheide zwischen realen Begegnungen, Erinnerungen und inneren Empfindungen. Nicht alles, was ich fühle, ist automatisch eine bestätigte Botschaft des anderen. Doch jedes Gefühl kann mir etwas über mich selbst, meine Bedürfnisse und meinen bisherigen Weg zeigen. „Ewige Begleiter“ ist deshalb keine Liste von Namen. Es ist eine Sammlung von Geschichten über Verbundenheit, Erinnerung und Dankbarkeit. Jeder Beitrag soll zeigen, wann ein Begleiter in mein Leben trat, was uns miteinander verbindet und warum seine Bedeutung bis heute erhalten geblieben ist. Denn manche Begegnungen enden nicht einfach. Sie verändern ihre Form und begleiten uns auf eine stille Weise weiter.

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04/08/ 2026
Ewige Begleiter

Wie unmittelbar eine solche Motivation wirken kann, zeigte mir die Verbindung zur Tigerkatze. Für einen Moment war sie für mich nicht mehr wahrnehmbar, obwohl ich die Information erhalten hatte, dass sie wieder aus dem Koma erwacht sei. Die fehlende Verbindung löste Unsicherheit aus. Dann kam es zu einer Umarmung: Er nahm die Tigerkatze in den Arm. In meiner persönlichen Wahrnehmung war die Verbindung anschließend wieder hergestellt. Das Kuscheln wurde zu einer stillen Antwort – nicht durch lange Erklärungen, sondern durch Nähe, Wärme und das Gefühl, nicht vergessen worden zu sein.

Diese Erfahrung erinnert mich daran, dass Motivation nicht immer laut sein muss. Sie kann in einer Umarmung liegen, in einem aufmerksamen Gespräch oder in der Bereitschaft, einen Menschen zunächst anzuhören. Gerade wenn jemand vor einer wichtigen Entscheidung steht, braucht er nicht unbedingt einen fertigen Rat. Vielleicht benötigt er vielmehr einen geschützten Raum, in dem er seine eigenen Gedanken aussprechen und seinen Weg erkennen darf.

Auf meinem Dualseelenweg bedeutet Motivieren deshalb für mich: einen liebevollen Impuls geben, Vertrauen schenken und dennoch die Entscheidung beim anderen lassen. Ich kann Mut machen, eine Verbindung anbieten und an vorhandene Kräfte erinnern. Gehen muss jeder Mensch seinen Weg jedoch selbst. Echte Motivation nimmt niemandem die Verantwortung ab. Sie hilft dabei, wieder aufzustehen, neue Hoffnung zu finden und aus eigener Kraft weiterzugehen.

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02/08/ 2026
Gedankenkarussell

Vielleicht erscheint ein neuer Gedanke. Vielleicht entsteht daraus eine konkrete Handlung. Möglicherweise merkst du aber auch einfach, dass du müde bist und zunächst schlafen solltest. Auch das kann eine Antwort sein. Nicht jede Lösung entsteht durch noch mehr Nachdenken. Manchmal braucht unser Inneres zunächst Ruhe, damit sich die Gedanken neu sortieren können.

Diese Methode hat nicht von heute auf morgen funktioniert. Ich habe sie immer wieder angewendet und dadurch nach und nach gelernt, mein Gedankenkarussell selbst anzuhalten. Anfangs dauerte es länger. Mit der Zeit wurde es leichter.

Heute kann ich mein Gedankenkarussell stoppen, wenn ich es möchte – und nicht erst dann, wenn mein Kopf es mir erlaubt.

Vielleicht gelingt es nicht beim ersten Versuch. Das muss es auch nicht. Entscheidend ist, dass du dir bewusst machst: Du bist deinen kreisenden Gedanken nicht vollkommen ausgeliefert. Du kannst lernen, sie zu unterbrechen, einen einzelnen Gedanken herauszunehmen und dir selbst wieder etwas Ruhe zu geben.

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01/08/ 2026
Seele hören

Meiner Seele zuzuhören bedeutet jedoch nicht, jeden Gedanken sofort auszusprechen oder jeder Empfindung ungeprüft zu folgen. Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, mir manchmal eine Sekunde Zeit zu nehmen. Ich spreche weiterhin seelisch frei, doch ich überlege kurz, ob meine Worte gerade zu meinem Wohlbefinden und zur jeweiligen Situation passen. Dadurch wird meine Freiheit nicht kleiner. Sie ist lediglich bewusster geworden.

Auch mein Körper und meine Gefühle gehören zu dieser Kommunikation. Wenn ich mich leicht, ruhig und innerlich verbunden fühle, kann ich meiner Wahrnehmung anders begegnen als in Zeiten von Druck, Erschöpfung oder psychischem Stress. Deshalb gehört zum Zuhören auch die Frage, wie es mir im Augenblick überhaupt geht. Nicht jedes Gefühl muss sofort erklärt oder in eine Entscheidung verwandelt werden. Manche Gefühle wollen zunächst nur wahrgenommen und verstanden werden.

Der Dualseelenweg beginnt für mich deshalb nicht mit der Suche nach einem anderen Menschen. Er beginnt mit dem Zuhören der eigenen Seele. Entscheidend ist, was ich aus ihren Hinweisen lerne und wie ich dieses Wissen in meinen Alltag mitnehme. Die Seele gibt mir keine fertige Lebensanleitung. Sie hilft mir jedoch dabei, meinen eigenen Weg zu erkennen – Schritt für Schritt, Gefühl für Gefühl und manchmal ganz ohne Worte.

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01/08/ 2026
Sicherheitsgefühl

Diese innere Verbindung half mir zunächst dabei, den Verlust auszuhalten. Hartmut war körperlich nicht mehr da, aber seine Worte, sein Auftreten und das Gefühl, das er mir gegeben hatte, wirkten weiter. Die Mongolei blieb dadurch ein innerer Orientierungspunkt. Sie erinnerte mich daran, dass ich gelernt hatte, meinem Gefühl zu vertrauen, meinen Weg zu finden und nicht sofort aufzugeben.

Vollständig zusammengebrochen ist dieses Sicherheitsgefühl erst später, als die ersten großen SOS-Erfahrungen auf mich zukamen. Die Klassenfahrt im Dezember 1993 war bereits sehr schwer für mich gewesen. Zu diesem Zeitpunkt lebte Hartmut jedoch noch. Selbst wenn er nicht unmittelbar bei mir war, bestand für mich noch die Gewissheit, dass es ihn gab und dass ich zu ihm zurückkehren konnte. Seine Aussage, dass mir nichts passieren würde, solange er lebte, hatte zu diesem Zeitpunkt noch Bestand.

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