Rucksack der Gefühle – Steg 6 Koblenz
Auch auf meinem Dualseelenweg begleitet mich dieser Rucksack. Jede Begegnung, jede Hoffnung und jede Enttäuschung hinterlässt darin eine Spur. Manchmal wird er so schwer, dass ich eine Pause brauche. Dann darf ich ihn abstellen, öffnen und seinen Inhalt betrachten. Ich muss nicht alles gleichzeitig tragen. Einige Gefühle brauchen lediglich Anerkennung. Andere dürfen sich verändern oder an einem sicheren Ort zurückbleiben. Ein kleiner Teil meines Rucksacks gleicht einem persönlichen Welterbe. So wie die UNESCO besondere Orte und kulturelle Zeugnisse bewahrt, gibt es auch in meiner Seele Erinnerungen, die geschützt werden sollen. Sie sind wertvoll, weil sie zu meiner Geschichte gehören. Doch dieser Gedanke nimmt nur etwa fünf Prozent des Rucksacks ein. Bewahren bedeutet nicht, für immer in der Vergangenheit zu leben. Es bedeutet, das Wertvolle zu achten, ohne den freien Platz für neue Erfahrungen zu verlieren.







