Wodurch ist die Sicherheit geblieben?

Wodurch ist die Sicherheit geblieben?

Die Mongolei war für mich schon in meiner Kindheit mehr als ein weit entferntes Land auf dem Globus. Sie war mit einer besonderen Aufgabe verbunden. Wenn mein Onkel Hartmut mich in den Arm nehmen sollte, musste ich zuvor die „deutsche Mongolei“ auf dem Globus finden. Dafür hatte ich nicht viel Zeit, doch meistens gelang es mir innerhalb von zwei Minuten. In diesen Augenblicken entstanden drei starke Gefühle: Stolz, Freude und Sicherheit. Ich hatte die Aufgabe geschafft, konnte mich auf meine Wahrnehmung verlassen und erhielt anschließend die vertraute Umarmung. Dadurch wurde die Mongolei für mich zu einem inneren Orientierungspunkt.

Später geriet dieses Sicherheitsgefühl immer wieder ins Wanken. Es gab Erlebnisse, Situationen und Begegnungen, in denen ich mich nicht geschützt fühlte. Manche Erfahrungen hinterließen Unsicherheit, andere machten mich vorsichtiger. Trotzdem verschwand die ursprüngliche Aufgabe nicht. Aus dem kindlichen Spiel am Globus entwickelte sich mit der Zeit ein wichtiger Grundsatz meines Lebens: Sicherheit geht vor. Dieser Satz blieb nicht deshalb bestehen, weil ich mich zu jeder Zeit sicher gefühlt hätte. Er blieb gerade deshalb bestehen, weil ich erfahren musste, wie wertvoll Sicherheit ist und was geschieht, wenn sie fehlt.

Die Sicherheit blieb durch meine Erinnerungen erhalten. Ich konnte mich immer wieder daran erinnern, wie es sich anfühlte, eine Aufgabe zu bewältigen, Orientierung zu finden und anschließend Geborgenheit zu erleben. Dieses Gefühl war tief genug verankert, um auch in schwierigen Zeiten nicht vollständig verloren zu gehen. Manchmal war es nur noch sehr leise vorhanden. Doch selbst dann erinnerte mich etwas in mir daran, aufmerksam zu bleiben, Gefahren ernst zu nehmen und nicht gegen mein eigenes Empfinden zu handeln.

„Sicherheit geht vor“ bedeutet für mich heute nicht, aus Angst jede Bewegung zu vermeiden. Sicherheit bedeutet, bewusst hinzuschauen. Ich darf eine Situation prüfen, bevor ich handle. Ich darf Fragen stellen, Grenzen setzen und mir Unterstützung holen. Ich muss mich nicht zu etwas drängen lassen, nur weil andere Menschen es von mir erwarten. Wenn mein Inneres ein Warnsignal sendet, darf ich anhalten und überlegen, was ich brauche. Dabei geht es nicht nur um meine eigene Sicherheit. Auch das Wohlergehen der Menschen, die mir wichtig sind, gehört für mich zu dieser Aufgabe.

Die Mongolei blieb dabei wie ein innerer Kompass. Sie erinnerte mich an die Fähigkeit, einen Punkt zu suchen und ihn trotz einer großen Weltkarte zu finden. Übertragen auf mein Leben heißt das: Selbst wenn vieles unübersichtlich erscheint, kann ich nach dem nächsten sicheren Punkt suchen. Dieser Punkt muss nicht sofort die vollständige Lösung sein. Es kann ein Gespräch, eine klare Grenze, eine Pause, ein geschützter Ort oder die Entscheidung sein, Hilfe anzunehmen.

Meine Sicherheit ist deshalb nicht geblieben, weil mein Leben immer sicher gewesen wäre. Sie blieb als Aufgabe, weil Stolz, Freude und Geborgenheit früh miteinander verbunden wurden. Die Erinnerung an diese Verbindung hat viele Erschütterungen überstanden. Aus ihr entstand die Überzeugung, dass Schutz keine Schwäche ist und Vorsicht nicht automatisch Angst bedeutet.

Auf meinem Dualseelenweg gehört „Sicherheit geht vor“ zu den wichtigsten Grundlagen. Liebe und Verbundenheit dürfen niemals verlangen, dass ein Mensch seine Grenzen, seine Selbstachtung oder sein reales Wohlergehen aufgibt. Eine tragfähige Verbindung braucht Vertrauen, Ehrlichkeit, gegenseitigen Respekt und Freiheit. Die Mongolei erinnert mich daran, zuerst Orientierung zu suchen und dann den nächsten Schritt zu gehen. So ist die Sicherheit geblieben: als Erinnerung, als innere Haltung und als Aufgabe, die mich bis heute begleitet.

  • BUSHIDO (1989-1998)
  • Depeche Mode (1994-2026)
  • SIDO (Coca-Cola -LKW – SOS)
  • UNHEILIG (Lichter der Stadt – Berlin – Hauptstadt Deutschland)
  • Wolfgang Petry / Peter Maffay (20 Jahre Deutsche Musik)
  • Ärzte / Toten Hosen / Boehse Onkelz (Deutsche Musik)
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Bleckie – Team

    Eve

    Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben!

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