Seele hören
Meiner Seele zuzuhören bedeutet jedoch nicht, jeden Gedanken sofort auszusprechen oder jeder Empfindung ungeprüft zu folgen. Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, mir manchmal eine Sekunde Zeit zu nehmen. Ich spreche weiterhin seelisch frei, doch ich überlege kurz, ob meine Worte gerade zu meinem Wohlbefinden und zur jeweiligen Situation passen. Dadurch wird meine Freiheit nicht kleiner. Sie ist lediglich bewusster geworden.
Auch mein Körper und meine Gefühle gehören zu dieser Kommunikation. Wenn ich mich leicht, ruhig und innerlich verbunden fühle, kann ich meiner Wahrnehmung anders begegnen als in Zeiten von Druck, Erschöpfung oder psychischem Stress. Deshalb gehört zum Zuhören auch die Frage, wie es mir im Augenblick überhaupt geht. Nicht jedes Gefühl muss sofort erklärt oder in eine Entscheidung verwandelt werden. Manche Gefühle wollen zunächst nur wahrgenommen und verstanden werden.
Der Dualseelenweg beginnt für mich deshalb nicht mit der Suche nach einem anderen Menschen. Er beginnt mit dem Zuhören der eigenen Seele. Entscheidend ist, was ich aus ihren Hinweisen lerne und wie ich dieses Wissen in meinen Alltag mitnehme. Die Seele gibt mir keine fertige Lebensanleitung. Sie hilft mir jedoch dabei, meinen eigenen Weg zu erkennen – Schritt für Schritt, Gefühl für Gefühl und manchmal ganz ohne Worte.







